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Sexismus bei deutschen Blogs? Über den Überfluss an Modebloggern und Technikexperten

Ich bin immer wieder auf der Suche nach Blogs und Bloggern, die sich mit denselben Themen beschäftigen wie ich, also hauptsächlich mit Politik und Popkultur. Was ich gefunden habe, ist vor allem Sexismus. 

Kapitalismus

In den letzten Tagen habe ich viel Zeit damit verbracht, gleichgesinnte, deutschsprachige Blogs zu finden und habe mich deswegen besonders in Facebook-Gruppen und Suchmaschinen nach Themen wie Politik und Kultur umgesehen. Dabei ist mir vor allem ein gesellschaftliches Problem aufgefallen und zwar die Aufteilung der Geschlechter in Interessensgruppen.

Denn so gut wie alle deutsche Blogs, die ich gefunden habe, beschäftigen sich entweder mit Fashion/Lifestyle oder mit Technik/IT, wobei erstere hauptsächlich von Frauen betrieben werden und zweitere mehr von Männern. Natürlich habe ich keine offizielle Statistik, wie sich diese Themen genau auf die Geschlechter verteilen, aber dennoch hat meine Suche ein eindeutiges Bild gezeichnet.
Bei diesem Phänomen sehe ich vor allem zwei Probleme: Zum einen die vorgeschriebene Geschlechterverteilung in der Lebensweise und zum anderen die zum Teil vorhandene Oberflächlichkeit bei den ausgewählten Themen.

Die Lebensweise sehe ich besonders in der deutschen Fernsehwerbung propagiert. Denn dort wird Männern und Frauen eingeredet, welche Interessen sie sich zu widmen haben. Frauen sollen zum einen schön aussehen, sie sollen also Mode- und Beauty-Artikel konsumieren, und zum anderen müssen sie natürlich Kinder kriegen. So werden inzwischen Rasierer mit dem Slogan verkauft: “Rasieren Sie sich mit diesem Rasierer schnell, damit Sie wieder Zeit für Ihr Kind haben!”.
Männer dagegen müssen sich natürlich bei Technik und IT auskennen, denn man ist nach den deutschen Werbekampagnen natürlich “kein echter Mann”, wenn man seine Zeit mit Modeshoppen verbringt oder nicht das neueste Smartphone in der Tasche hat.

Das bringt mich auch zu der Oberflächlichkeit der oft ausgewählten Themen. Interessiert sich die Jugend von heute wirklich nur noch für den Konsum? Wir “Generation Y” leben in einer Zeit, in der es den Deutschen noch nie so gut ging. Aber anstatt dies auszunutzen und zu reisen, Kultur zu erleben oder das politische Umfeld für andere zu verbessern (Stichwort Flüchtlinge), werden Schauplätze wie Innenstädte und Unis stattdessen zum Catwalk des Kapitalismus. Männer vergleichen die Größe ihrer Smartphone-Bildschirme, während Frauen sich gegenseitig von oben bis unten nach dem Aussehen bemustern.
Natürlich ist nichts falsch daran, sich für Mode oder Technik zu interessieren, wenn man darin eine kreative Substanz sucht. Aber ich unterstelle vielen Bloggern, dass das meistens nicht der Fall ist.

Mein Fazit: Der Kapitalismus hat versagt. Erst Ende letztes Jahres hatte der Spiegel eine Studie veröffentlicht, aus der hervorging, dass sich die Studenten von heute immer weniger für Politik interessieren und mehr um ihren Lifestyle bemüht sind. Ich sehe darin eine fatale Entwicklung, die eine politische Ohnmacht zur Folge hat, die von anderen Interessensgruppen wie Geheimdiensten ausgenutzt wird. Denn die Menschen werden durch den Konsum von den eigentlich wichtigen Dingen im Leben, wie Freiheit, abgelenkt.

Auch sehe ich diese Situation vor allem in Deutschland. Denn zum Beispiel auf englischsprachigen Blogs wurde ich fündig, was politische Diskussionen, die Auseinandersetzung mit Kultur und auch Gleichberechtigung angeht.

Lediglich bei deutschen Food-Blogs habe ich eine positive Bilanz gezogen. Diese interessieren Männer und Frauen wohl gleichermaßen. Der Mensch muss eben essen. Was auch der einzige Konsum ist, der einen nährt.

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2 Comments on Sexismus bei deutschen Blogs? Über den Überfluss an Modebloggern und Technikexperten

  1. Guter Text. Diesen Rückzug in Lifestyle statt Politik kann man auch im analogen Leben bewundern. Ich glaube 80% der Zeit ernten politische Kommentare in einem Gespräch Augenrollen. Egal von wem die KOmmentare kommen.
    Es erfordert einfach mehr Mut sich politisch zu engagieren oder auch nur zu interessieren als sich der Vanity Fair anzuschließen. Und auch mehr Arbeit. Viele mit denen ich spreche haben das Gefühl, dass es veregebliche Liebesmüh ist sich zu engagieren, also wird auch das Interesse in eine andere Richtung gelenkt.
    Das Leben wird als Bühne wahrgenommen und kaum jemand will sich blamieren. Da greift man lieber zu Traditionellem. Sexistische Tendenzen eingeschlossen.

    Liked by 1 person

  2. Ich hatte deinen Kommentar erst jetzt gesehen, es gab einige Probleme mit meiner Kommentarfunktion. Aber so sehe ich das auch! Wie jüngste Ereignisse hinsichtlich der Feindlichkeit gegen Flüchtlinge zeigen, braucht es dringend ein Umdenken in der Gesellschaft! Mehr Menschlichkeit statt Oberflächlichkeit 🙂

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